Ich sehe was was du nicht siehst und das ist ………. eine ganze Menge! Aber genauso wenig wie jemand all das so sieht wie ich etwas sehe, habe ich auch ziemlich wenig Vorstellung davon was ein anderer so alles wahrnimmt. Klingt jetzt etwas kryptisch und nicht ganz durchschaubar? Ja kann sein und da wären wir schon wieder am Anfang! Oder zumindest so ähnlich….
Einzigartig Sehen und Denken
Mein Denken gleicht vielleicht dem einen oder anderen. Aber exakt die Art und Weise, wie ich etwas sehe – oder ich umschreibe das mal allgemeiner – wahrnehme, tue dann letztendlich doch nur ich! Da bin ich mir ziemlich sicher. Wie gesagt in manchen Dingen stimmt man überein, aber niemals in allen Dingen. Dafür sind wir Menschen einfach zu unterschiedlich – zu einzigartig! Die gute Antwort für alle die jetzt ebenfalls so einzigartig sein wollen wie ich: auch ihr seid es – so oder so! Generell dürfte es den Anschein haben, als ob wir nicht wirklich die wahre Wirklichkeit realisieren würden. Jeder von uns hat seine ganz eigene Wahrheit für sich gepachtet. Das Tolle an der ganzen Sache: ich kann jeden Tag aufs Neue “Wahrheiten” und Ansichten entdecken! Denn wie hat Einstein schon so schön gesagt: Es ist absolut möglich, dass jenseits der Wahrnehmung unserer Sinne ungeahnte Welten verborgen sind.
Meine – deine – unsere Wahrheit?
Früher dachte ich immer – ICH sei verkehrt, weil ich viele Dinge anders aufgefasst, interpretiert oder wahrgenommen haben. Aber wenn man es genauer “betrachtet”, dann hat das alles schon seine Richtigkeit gehabt. Zu dem Zeitpunkt war es auch meine eigene Wahrnehmung! Denn jeder von uns ist geprägt von eigenen Erfahrungen und vor allem vom “Geschwafel” und vermeintlichen Erfahrungen anderer Leute (die das selber auch nie wirklich überprüft haben, sondern es einfach übernommen haben und so weiter und so fort). Wie dem auch sei: jeder hat für sich die eine Art von Wahrheit und Wahrnehmung und für jeden ist diese gerade jetzt richtig. Doch jedermanns Wahrheit muss nicht zwangsläufig auch meine sein. Und das schöne am freien Willen ist immer noch der, dass ich so denken und handeln darf, wie ich möchte (klar, vorausgesetzt ich richte hier nicht absichtlich Schaden an…) und nur weil 10 Leute anderer Meinung sind, heißt das noch lange nicht das sie richtig liegen.
Realitätscheck…1, 2, 3…check, check
Dennoch würde ich das Überprüfen der eigenen Realität nicht unbedingt von der Hand weisen. Denn es ist manchmal doch auch so, dass man sich ein klein wenig auf dem Holzweg befinden könnte. Ist man mit der Auffassung und Ansicht allerdings einverstanden – na dann ist alles in Butter und wenn es doch nicht (mehr) passen sollte: einfach mal eine neue Perspektive annehmen. Was da für tolle Sachen, dabei rauskommen können … Auch andere Perspektiven können super spannend sein! Und bitte: nur weil man einmal so eine Ansicht hatte, heißt das noch lange nicht, dass man für ewig darauf beharren muss um ein “fester” Charakter zu sein. Wer wahren Charakter besitzt, gesteht sich auch mal gerne ein, eine neue Sichtweise auszuprobieren.
Also ich entdecke gerne immer wieder neue Sachen. Probiere neue Sichtweisen aus. Ich mach es einfach mal so wie Pippi Langstrumpf: ich mach mir die Welt – ja genau – nämlich so wie sie mir gefällt
Ich wünsche mir so sehr. Es ist gar nicht nötig zu sagen um was genau es sich handelt. Ich wünsche es mir einfach. Kein Ausrufezeichen oder dergleichen. Ein Punkt reicht vollkommen aus. Denn es ist weder eine aufdringliche Forderung oder Bitte oder gar Frage. Es ist einfach ein Fakt. Es ist so. Ich wünsche mir. Das einzige was über die Intention und die Stärke meines Wunsches etwas preisgibt ist das “so sehr”. Aber auch hier keine Schnörkeleien. Nicht zu viel aber auch nicht zu wenig. Ich wünsche mir das es so ist. Dabei ist es ja schon so. Am Wunsch selber gibt es da nichts zu rütteln und so drifte ich wieder mal ab. Drifte ab in meine eigene Welt. Voll von Möglichkeiten, Hoffnung und vor allem voll von Erfüllung. Ich sehe mich wie es ist. Es geht ganz leicht. Ich brauche dazu nicht mal meine Augen zu schließen. Ich bin einfach. Tauche tief in meinen Wunsch hinein. Wie ich auftauche spüre ich dass der Wunsch in jede meiner Pore tief eingedrungen ist. Ich stelle fest, ich bin mein Wunsch. Ich mit meinem ganz besonderen Wunsch vereint. Ja ich wünsche es mir – so sehr.
Einsam und verlassen lag die Straße vor ihr. Eine scheinbar friedliche Ruhe hatte die Stadt New York erfasst. Es war 2 Uhr morgens und es hatte noch immer nicht aufgehört zu schneien. Unter einer dicken weiße Decke parkten die Autos. Auch der Gehsteig und die mittlerweile fast leeren Straßen waren schneeweiß bedeckt. Ab und zu fuhr ein Taxi an ihr vorbei, ansonsten war es still um sie herum. In ihren dicken Mantel gehüllt, fühlte sie sich trotz der Kälte angenehm warm. Ihr gefiel es die ersten Spuren in den Schnee zu hinterlassen. Das knackende Geräusch unter ihren Stiefeln. 
Ich bin so müde, dachte sie sich als sie die Türe hinter sich schloss. Sie zog sich ihren Mantel aus und stellte ihre Tasche auf die Kommode. Auf die Kommode, die sie eigentlich nie wollte. Er meinte, die würde viel besser passen. Sie war mit ihrem nüchternen und kühl gehaltenem Vorzimmer immer sehr zufrieden gewesen. Er aber nicht. Ständig wollte er etwas verändern. In ihrer Wohnung, an ihrem Leben, an ihr selbst. Sie dachte sich, dass er schon wisse was gut für sie wäre. Sie selbst wusste es nicht. Oder meinte es zumindest nicht zu wissen. Vielleicht war es ihr auch einfach gleichgültig. Sie war mit allem einverstanden. Nach außen hin zumindest. Selbst wenn sie mal nicht wirklich glücklich war, sagte sie ihm nie etwas. Hauptsache er war zufrieden. War zufrieden mit ihr. War er es nämlich nicht zog er sich zurück. Ohne ein Wort und ohne einer Erklärung. Nie wusste sie wann oder ob er wieder kommen würde. In der Zwischenzeit konnte sie sich nur Vorwürfe machen, Selbstzweifeln hingeben und versuchen die plötzliche Stille hinzunehmen. Aber mit dieser Art von Bestrafung konnte sie nicht umgehen, konnte sie noch nie und deswegen setzte sie alles daran, ihn nicht missmutig zu stimmen. Zu oft hatte sie etwas gesagt, was ihn verärgerte oder nachdenklich machte. Dabei wollte sie ihm nie Grund geben, etwas an ihr auszusetzen zu haben. Viel zu groß war die Angst, dass er sie dann wieder verlassen würde. Wie alle anderen zuvor. Diesmal wollte sie endlich alles richtig machen. Also versteckte sie sich lieber. Vor ihm, vor den anderen, vor ihr selbst. Stellte sich selbst, ihre Hoffnungen und Wünsche zurück. Hauptsache es gab jemanden der sie mochte. Oder eben den Anschein machte ihr trügerisches Selbst zu mögen. Dass sie selbst liebenswert war, sein konnte – diese Vorstellung hatte sie schon längst aufgegeben. War sie eigentlich noch wirklich oder doch nur mehr die Projektion anderer? Sie wusste darauf keine Antwort. Im Prinzip war ihr das auch gar nicht wichtig. Er war mit ihr zufrieden und das war alles was im Moment für sie zählte. Mehr nicht. Sie war in vielen Punkten schwach, aber sie wusste das sie wenn es um ihn ging stark war. Stark genug um alle Hürden zu nehmen, diese Beziehung so lange es ging aufrecht zu erhalten. Koste es was es möge. Koste es sie auch ihren letzten Rest an Selbstliebe und Selbstschutz. Sie hätte wahrscheinlich alles getan um einfach nur geliebt zu werden. Sie blickte noch einmal kurz auf die rote Kommode. Sie steht noch immer hier. Er ist aber schon lange weg…
Wie dem auch sei, manchmal frage ich mich, ob wir hier sind um eine ganz persönliche Aufgabe zu lösen. Diese kann ganz spezieller Natur sein und je eher man diese bewältigt hat umso länger hat man dann Zeit um einfach nur zu leben und Spaß zu haben. So wie bei Schüler, die an ihren Hausaufgaben sitzen. Die kleinen Checker sind schnell fertig und haben noch mehr Zeit zum Spielen danach. Andere wiederum, lenken sich ständig selber ab oder quälen sich eben mit dieser doofen Aufgabe ewig rum. Dass diese dann so gut wie keine Zeit für Freizeit haben ist dann klar und das finden sie dann ebenfalls doof.
Manchmal kommt einem alles wie ein Traum vor. Dinge geschehen für einen kurzen Augenblick. Wunderbare Dinge. Es fühlt sich alles so leicht an. So ungezwungen. So frei. In dem Moment, in dem man aber danach greifen möchte, löst sich der Traum auf. Hält plötzlich nur noch Sand in seinen Händen. Man kann bloß zusehen wie er einem durch die Finger rinnt. Auch der Ort beginnt sich zu verändern. Alles wird düster. Man findet sich in einem ganz anderen Szenario wieder. Dämonen haben einen umzingelt und kommen immer näher. Greifen einen an. Man schlägt um sich und versucht zu fliehen. Man läuft und läuft. Hört hinter sich schwere Schritte. Auf einmal steht man auf einer Klippe. Das Herz pocht wie wild. Man sieht hinunter und unter einem tosende Wellen, die wie wild gegen die Felsen schlagen. Die Dämonen kommen immer näher. Man springt. Fällt und fällt. Eine scheinbare Ewigkeit lang, bis man einen Aufprall spürt. Taucht unter Wasser und plötzlich ist alles still. Man sinkt – immer weiter. Gibt sich dem Meer einfach hin. Dann wacht man auf. Noch völlig verwirrt kommt man langsam an. Will aufstehen. Doch irgendetwas ist anders. Erst jetzt merkt man, dass man in einem Bett aus Treibsand liegt….
Manchmal gibt es Zeiten, da hat man das Gefühl alles verändert sich. In einem und um einen herum. Dennoch – irgendetwas scheint einen fest umschlungen zu halten. Man kann sich kaum von der Stelle rühren, geschweige denn weiter fortbewegen. Man scheint in einer Art Standby-Modus gefangen zu sein. Zwar will oder braucht man eine Veränderung, aber weder weiß man so richtig wie sie auszusehen hat, noch wie man überhaupt dort hingelangen kann. Man scheint dazu verdammt zu sein zu warten. Fühlt sich wie auf einem Bahnhof. Eigentlich sollte der Zug schon längst da sei, aber er wird sich wohl verspäten. Ein klein Wenig. Man kennt das bereits, aber mit ein bisschen Geduld bekommt man das Warten hin. Die Zeit verstreicht. Mal steht man rum. Mal geht man auf und ab. Liest etwas. Holt sich einen Kaffee. Dann ein Blick auf die Uhr und man denkt sich “Endlich, jetzt kommt er gleich. Bald geht es los!” und dann erneut eine Durchsage. “Der Zug wird sich um ein Weiteres verspäten”. Das kann doch jetzt nicht wahr sein! Wann kommt sie jetzt denn endlich diese Veränderung? Wie gerne würde man auf diesen Zug doch aufspringen. Tja und irgendwann hat man einfach keine Lust mehr zu warten. Packt seine Geduld in den nächsten Mülleimer und geht entweder wieder nach Hause zu seinen alten Gewohnheiten und Denkweisen oder aber entscheidet sich für eine andere Art der Fortbewegung. Aber manchmal muss man gar nicht erst wo ankommen um eigentlich schon dort zu sein. Vielleicht hat man einfach nur nicht gemerkt, dass die Veränderung ohnehin schon da war. Nur bloß anders als eigentlich geplant. Da kann es auch schon passieren, dass man erst zu spät merkt, dass hierfür der Zug dann doch bereits abgefahren ist. Damit das in Zukunft nicht mehr geschieht, sollte man mit dem Warten einfach aufhören. Die Ketten, die einen festhalten, zerschlagen und wenn man mal wieder am Bahnhof des Lebens steht, vielleicht einfach mal mutig sein. Einfach in einen der nächsten Züge springen und sich überraschen lassen. Was kann denn schon großartig passieren? Lieber mal alte Sorgen über Bord werfen und etwas riskieren. Denn eines ist sicher – so sehr sich auch manche Situationen anfänglich ähneln – im Prinzip ist jede von ihnen eine ganz eigene und neue. Man kann sie nie mit Altem vergleichen. Sich hinter alten Gewohnheiten und Erfahrungen zu verstecken – das dürfte wohl wahren Stillstand bedeuten und bringt uns letztendlich nirgendwo mehr hin. Außerdem sollte man nicht vergessen: wie jede einzelne Reise letztendlich ausgeht kann ohnehin niemand vorher sagen und gibt es was Schöneres als voran zu kommen? Sich fortzubewegen? Zu Reisen und weitere Erfahrungen zu sammeln? Gut, dass ich gerne Reise. Vor allem mit dem Zug. Aber da muss ich auch schon los, ich glaube nämlich meiner ist doch noch nicht abgefahren…
Langsam komme ich mir diesbezüglich schon wie Sisyphus vor. Während er ständig mit seinem zurückrollenden Stein zu kämpfen hatte, rackere ich mich mit meinen ganz eigenen Felsblöcken ab. Aufgepasst jetzt schließt sich auch gleich der Kreis: mein “persönlicher Stein” und damit auch Krampf, dürfte ja der ständige “Verlust” von Beziehungen sein (also Beziehungen im allgemeinen, im unklassischen Sinne, in die Richtung gehende, etc.) Immer wenn ich kurz davor bin – oder zumindest habe ich manchmal das naive Gefühl – diesmal könnte ich es packen (keine Ahnung wie es der hartnäckige Optimismus immer wieder schafft, doch wieder auf meiner Matte zu stehen… er scheint nun mal nicht unterzukriegen zu sein), rollt der blöde Felsen wieder zurück! Wie Sisyphus probiere ich es immer wieder… und immer wieder scheitere ich. Manchmal merke ich schon gar nicht mehr, dass ich erneut dabei war einen Stein zu rollen! So automatisiert dürfte das bei mir bereits sein. Hinzu kommt ja noch, dass ich in der Vergangenheit auch gleich mit überrollt wurde! Wusch – einfach so und einfach drüber! Zum Glück habe ich etwas dazugelernt und bin schon so weit rechtzeitig zu reagieren. Sobald ich merke “Mist, gleich rollt er zurück…”, versuche ich gar nicht mehr ihn aufzuhalten. Nein, ich springe einfach zur Seite und lasse ihn irgendwo hinter meinem Rücken zerschellen. Gut, ab und zu erwischen mich dann doch kleine Splitter, welche wiederum kleine Kratzer verursachen. Aber das haut mich ja noch lange nicht um und – wie anstrengend – dann geht das Ganze gleich wieder von vorne los. Neuer Stein, neuer Aufstieg und so weiter. Wir kennen das ja bereits.