Fahrrad Teil 2 – oder wie ich erkennen musste keine Athletin zu sein

Sportliche Betätigung äußerst sich bei mir nur im Extremfall, wenn ich einem Dieb hinterher renne (tatsächlich passiert) oder verzweifelt gegen eine Strömung anschwimmen muss um nicht zu ertrinken (entspricht ebenso der Wahrheit). Ansonsten schaut es da recht düster aus.  Seit vorgestern gehöre ich ja ausrüstungstechnisch wieder zu den mobilen, sportlich dynamischen Fahrradfahrern (fleißige Blogleser sind ja diesbezüglich schon längst informiert). Dass sich meine Kondition seit Jahren schon auf Maximum-Sparflamme befindet, hatte ich in meinem Anflug von Begeisterung total vergessen, ebenso wie meine eigentliche Sport-Dis-Ambition. Wie gesagt vorgestern war meine gedankliche Welt noch eine ganz andere. Ich sah mich schon wie ein Radrennfahrer durch die City düsen und in nahezu Lichtgeschwindigkeit von  A nach B sausen. Heute hat sich mir ein ganz anderes Bild geboten, ein richtig erbärmliches – ein reales.

Bis zu meiner Arbeit sind es mit dem Auto ca. 15 Min, mit den Öffentlichen so ca. 25 Min. Ab heute weiß ich: mit dem Rad – unerreichbar. Also fast jedenfalls. Mit einer zweiten Lunge im Gepäck eventuell. Mein Hauptproblem Nummer 1 und damit untopbar: klar meine minimierte Lungenfunktion (schlechte Kondition hört sich nun mal nicht so nett an) und gleich hinten dran aber die Fahrrad fahrenStraßenverkehrslage. Wer ist bitte für diese dermaßen undankbare hügelige Straßenlandschaft verantwortlich. Berg- und Talfahrt bekommt hier eine ganz neue Bedeutung für mich. Während neben mir der Autoverkehr flüssig vorbeizieht, scheine ich trotz heftigem in die Pedale-Treten nicht wirklich vom Fleck zu kommen. Gesegnet seien alle Straßenverläufe mit einem Gefälle von 0 %.  Während meiner ästhetisch nicht ganz so schönen Fahrerei, scheinen sich meine Oberschenkel auch noch mit allem möglichen was der Körper so anzubieten hat angereichert zu haben. Wasser, Fett, Muskelsäure etc.  Denn als ich nach einer halben Stunde vom Rad steigen will, habe ich einen männlicheren Gang als John Wayne persönlich drauf. Der Grund: meine Oberschenkel scheinen aus Beton zu bestehen. Als ich ins Büro reingestakt bin, war das Glück dann aber wieder auf meiner Seite – es war nämlich leer. So konnte ich mich ganz in Ruhe dem „ich glaube ich muss sterben“-Gefühl hingeben.

Wer jetzt aber glaubt, dass ich mich so einfach geschlagen gebe, der irrt. Der Kampfgeist ist geweckt worden und der Sieg wird mein sein. Egal wie. Ich fechte gerne mit mir kleine Wettkämpfe aus. Denn wie man es auch dreht und wendet – irgendwie gewinne ich immer!

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3 Gedanken zu “Fahrrad Teil 2 – oder wie ich erkennen musste keine Athletin zu sein

  1. So cool!

    Ich finds so witzig, du musst ein Buch schreiben! Unbedingt. Beschreib dein Leben genau in diesem Stil und ich schwör dir, es wird ein Bestseller!

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