Zauberformel fürs Leben

„Visualisieren“ – das ist das neue Zauberwort um ein erfülltes Leben zu leben. Wünsche und Ziele braucht man demnach sich nur noch fest vorzustellen – am besten auch noch wo aufschreiben – und dann sollten sich die Dinge schon so gut wie von alleine erledigen.

Also gut, einfach unverkrampft an seine Ziele glauben und sich immer fest vor Augen halten, diese in nächster Zeit zu erreichen. Das alles gehört doch auch wieder zum Thema Hoffnungen haben und diese als erfüllt sehen (und das am besten baldigst). Ich frage mich jetzt aber auch wenn man das alles so glaubhaft visualisiert und seine Wünsche bereits in der Zukunft als erledigt sieht, sich daraus nicht eine psychotische und total realitätsfremde Ansicht entwickeln kann. Was wenn das alles dann doch nicht so kommt wie man es sich vorgestellt hat. Gut wenn man da schon in seiner ganz eigenen weltfremden Welt lebt und das ja dann gar nicht mitbekommt, ansonsten erwartet einen Enttäuschung der Superlative oder auch gleich Nervenzusammenbruch Deluxe. Ist es dann nicht wieder besser, alle Eventualitäten einzuplanen. Also auch die pessimistischen Ansichten.

Das ganze mit dem Visualisieren hört sich an wie eine einfache Zauberformel, aber ist das wirklich alles so einfach? Das Leben. Auch ich habe versucht zu visualisieren, war aber anscheinend nicht konsequent genug oder habe da eine kleine Abweichung in der Formel gehabt und das nicht mitbekommen. Vielleicht hat aber alles auch einen Sinn und meine Wünsche müssen erst mal eine ganz andere Richtung einschlagen, bevor sie in Erfüllung gehen können. Da wären wir aber auch schon wieder am Anfang und eigentlich ist nichts fix in dieser Welt und Träume sind letztendlich auch bloß die bekannten Schäume. Die Wünsche erfüllen sich somit auch nicht nach einem kosmischen Plan, sondern einfach nach einem unspektakulären Lust-und-Laune-Prinzip.

Wahrscheinlich kann man sich auch nur materielle und berufsbezogene Wünsche erfüllen. Den ganzen Gefühls- und Liebes-Hokus Pokus kann man da mal gleich wieder vergessen.  Denn wie soll das ganze auch bitte funktionieren.  Noch dazu wenn da verschiedene Wünsche und Ziele dann miteinander kollidieren. Mein Wunsch kann sich zum Beispiel nur dann erfüllen, wenn auch eine andere Person mitzieht. Diese aber angenommen hat wieder ganz andere Wünsche, die sie bereits visualisiert hat und in eine ganz andere Richtung gehen als meine Wünsche. Was macht dann das liebe Universum. Wer bekommt da dann den Vorzug? Der mit der besseren Visualisierungsformel? Das heißt jetzt aber auch nicht dass man machtlos auf dieser Welt ist. Gewisse Dinge kann man sich schon mal erfüllen. Die auf der Maslowschen (Bedürfnis) Pyramide ganz unten angesammelten Grundbedürfnisse bekommt man da schon hin – also zumindest hier auf meinem kleinen Fleckchen Kontinent. Dabei handelt es sich ja „bloß“ um die physiologischen Grundbedürfnisse und wenn ich mal Hunger verspüre gehe ich einfach in den nächsten Supermarkt oder zur besten Mama der Welt (schneller und besser als jedes Restaurant). Für jede weitere Stufe wird es da schon etwas schwerer. Für die letzte Stufe, die Stufe der Selbstverwirklichung muss man dann schon wahrscheinlich Siddharta persönlich sein um diese zu erreichen. Aber von der Selbstverwirklichung bin ich genauso weit entfernt wie die Menschheit von Verstand und Frieden.

So, was jetzt aber machen? Sich kleine Ziele stecken und diese erreichen oder auch schon mal etwas größere, diese dann kläglich scheitern sehen und dabei auch noch durchdrehen. Gute Frage. Absolut keine Antwort. Das Leben ist wahrscheinlich doch nur ein Spiel, blöd dass ich die Spielregeln noch immer nicht mitbekommen habe. Aber wie heißt es so schön: die Hoffnung stirbt zuletzt. Nun gut, nachdem wäre ich jetzt zwar schon zumindest klinisch tot, aber demnach hätte ich ja auch nicht mehr viel zu verlieren und könnte einfach mal auch drauf los visualisieren und mir meine ganz eigene Welt zurecht basteln oder wenigstens eine eigene Stadt. Ich glaube ich würde sie „Santown“ nennen……

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3 Gedanken zu “Zauberformel fürs Leben

  1. Tja, leider kommt es meist so wie man es nicht erwartet, obwohl man davor noch fix damit gerechnet hat, dass beide am selben Strang ziehen…Wer sich diese Regeln überlegt hat, hätte vl noch ein paar Hintertürchen machen sollen…denn hin und wieder wäre eine kleine Backuplösung gar ned schlecht…

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