Wo sind all die Männer hin …

… wo sind sie geblieben? Ja, eine wirklich gute Frage. Was ist aus sämtlichen Felsen in den Brandungen geworden? Den Männern, die immer zu und hinter einem gestanden sind und man sich noch auf diese hat verlassen können. Was ist aus all den mutigen Kriegern geworden, die sich jeder gefährlichen Situation gestellt haben? Wo sind ihre klaren Worte, ihre unmissverständlichen Taten hin? Heute sind die meisten Männer nur noch loses Blattwerk. Ein Windstoß und schon sind sie dahin. Wird es nur ein bisschen schwierig oder unangenehm, lassen sie sofort alles fallen und stehen und stehlen sich still und heimlich davon. Einen charakterstarken Mann zu finden ist schon fast wie mit einem 6er im Lotto zu vergleichen. Einen charakterstarken UND beziehungsfähigen Mann zu finden, ein absoluter Wunschtraum, der auch schon längst nur noch als Mythos zu deklarieren ist.

Auf was also können wir Frauen uns letztendlich einstellen? Welche Kompromisse muss Frau machen, wenn sie sich für die Variante Beziehung entscheidet? Zum einen: Erwarten sollte man sich lieber nichts. Es kommt ja doch anders als man es gerne gehabt hätte. Zum anderen: Den Wunsch nach klaren Worten und Taten kann Frau sich ebenfalls abschminken. Dass Männer generell alles andere als liebend gerne über ihre Gefühle reden, ist ja schon seit Menschheitsgedenken bekannt. Aber wo sind die Zeiten hin als Männer zumindest noch in knappen Sätzen zu uns sprachen und das auch so meinten wie sie es sagten. Erahnen und spüren lautet heute die Devise. Wie ein hoch entwickelter Seismograph muss Frau erkennen wie ein bestimmtes Wort zu deuten ist oder was diese eine Handlung jetzt genau zu sagen hat oder eben auch nicht.

Dass Frauen ein Rätsel für die Männer sind, ist mir wiederum ein Rätsel. Die Frauenwelt ist ja hinlänglich bekannt dafür, ständig etwas zu zeigen (Gefühle) oder zu sagen. Bei der männlichen Menschheits-Ausgabe ist das alles nicht der Fall. Generell zeigt sich ein Trend auf, in dem Männer immer wortkarger werden. Selbst beim Beenden von Beziehungen fehlen ihnen immer öfter die Worte. Noch vor gar nicht langer Zeit war man schockiert, wenn per SMS Schluss gemacht wurde. Heute passiert nicht einmal das. Die neue Art bewährt sich durch einfaches gar nicht mehr melden. Ja so kann man „schwierigen“ Momenten auch aus dem Weg gehen. Da ist es ja eigentlich wirklich zuvorkommend, wenn der Partner gleich am Anfang der Beziehung schon mal vorsorglich das mögliche Ende anspricht und sich so absichert. Denn letztendlich sind das ja in unseren Zeiten fast sämtliche Beziehungen: Nicht von Dauer. Entweder man legt sich einen dicken Panzer an und lässt sich jedes mal aufs Neue auf diese Spielchen ein oder man macht es so wie ich und hält sich da schön raus bzw. schreibt nur noch darüber.

Anmerkung der Verfasserin: Nicht alle Männer sind hier pauschalisierend gemeint. Ja, es gibt sie noch die wahren Diamanten unter den Männern, allerdings werden auch diese, wie das Rohöl, immer knapper und immer schwerer zu finden.

8 Gedanken zu “Wo sind all die Männer hin …

  1. Ich fühle mich – als Mann – angesprochen und – ja, ich habe darüber nachgedacht. Überrascht hat mich die Tatsache, dass dieser Eintrag geschlechterspezifisch geschrieben wurde. Eigenschaften von echten Männern aufzählen und sie im gleichen Moment vermissen lässt einen Schmerz vermuten. Wehmut, Leid und Schmerz sind keine guten Begleiter – leg sie ab und sei selber stark. Sonst erlaubt sich vielleicht noch jemand, genau Deinen Eintrag in Bezug auf die Weiblichkeit zu schreiben. Und beides wäre nicht wahr.
    Was Du vermisst, ist Charakterstärke. Beziehungsfähigkeit. Vielleicht hattest Du nur das Pech, die falschen Männer zu treffen.

  2. wie gesagt, ich bin von dergleichen fast verschont geblieben und dieser artikel ist ja nicht globalisierend gemeint gewesen. es hat aber leider tatsächlich in zufällig gehäufter art und weise dieses erscheinungsbild von mann in meinem umkreis gegeben. das dieser text so pessimistisch klingt – das war sicherlich nicht die intention. etwas sarkasmus kann aber auch nicht schaden. nichts desto trotz ich glaube die zeiten werden bestimmt auch wieder besser und ein positiver text über männer wird wieder einmal folgen :)))

  3. Ich freu mich auf den positiven und konstruktiven Text! Ein „korrektes“ Bild des Mannes und der Frau existiert wohl immer und nie. Vielleicht wäre ein Text über die Liebe, die Harmonie, das Verlangen, das Entsetzen, die Spontaniät, die Aggressivität, die Melancholie, den Sarkasmus, die Ironie und dergleichen spannender…😉 Ob zielführender mag ich nicht beurteilen – aber in jedem Fall einen Versuch wert.

  4. naja ein schönes sammelsurium dieser aspekte kann man immer wieder hier in meinen blogs finden🙂 aber auf alle fälle gebe ich dir recht: das positive sollte nie aus den augen verloren werden🙂

  5. Liebe, Angst und Gleichgültigkeit!

    Sehr gut geschrieben und ich denke es geht vielen liebenden, genau so. Emotionen, einer der schönsten geschenke unsres daseins. Und doch gelten diese oft, vor allem in der männer welt, als schwäche. Was meiner meinung nach völliger schwachsinn ist. Emotionen sind da um zu verarbeiten und sie zu ignorieren oder „drüber zu stehn“ ist keine lösung, sondern der erste schritt, sich selbst aufzugeben. Oder die person der diese emotionen gelten. Wahre stärke besteht darin, seine emotionen bewusst, wahr zu nehmen. Sich mit ihnen auseinander zu setzen. Und im besten fall, gemeinsam mit dem geliebten menschen. Wer glaubt mit einer trennung, diesen emotionen davonlaufen zu können, der wird wahrscheinlich auch glauben, es reicht nach dem sport, sich einfach frische klamotten anzuziehen. Irgendwann wird er/sie „erstinken“ daran. Mit seinen emotionen im reinen zu sein, ist die beste dusche für die seele. So schwer es auch sein mag, negative emotionen zu verarbeiten. Es führt keine weg drum rum. Alles andere endet in gleichgültigkeit. Und ist nichts anderes als die abwesenheit von gefühlen. Und mein apell, an all jene die diese eine große emotion „LIEBE“ empfinden, würde lauten: Nehmt euch euren emotionen ehrlich an und sprecht darüber. Jeder liebende mensch weiß in seinem innersten, wann die liebe erloschen ist. Oder negative emotionen überwiegen. Negative emotionen gehören dazu. Denn wo viel liebe ist, ist auch viel angst. Dennoch sollte die liebe überwiegen. Und wenn man ehrlich zu sich selbst ist und offen mit seinen emotionen umgeht, gibt es auch kein herumdrücken und keine gleichgültigkeit. Die größte entäuschung für einen liebenden menschen ist, plötzlich für den anderen gleichgültig zu sein. Denn selbst hass ist, wenn auch eine negative, aber doch sehr starke emotion.

    Lg einer von den anderen

  6. Liebe, Angst und Gleichgültigkeit!
    Sehr guter Artikel wie ich finde. Da viele liebende Menschen, die ich kenne, genau so empfinden.
    Emotionen, eines der schönsten Geschenke des Universums. Und doch (vor allem leider in der Männerwelt), werden die offenlegung dieser Emotionen, als Schwäche gedeutet. Obwohl genau das Gegenteil der Fall ist. Dieses Geschenk dient vor allem der Verarbeitung. Wer glaubt Diese ignorieren zu können, könnte genau so gut versuchen, mit dem Atmen aufzuhören. Irgendwann wird jedes Leben in ihm/ihr erloschen sein. Seine Emotionen zu verleumden, ist der erste Schritt sich oder seinen Partner aufzugeben. So schmerzhaft es auch ist, sich negativen Emotionen zu zu widmen. Sie sind doch Teil des Ganzen. Wo viel Liebe ist, ist auch viel Angst. Viele Menschen sind der Ansicht, mit einer Trennung, diesen Emotionen, davonlaufen zu können. Doch das kommt dem Versuch gleich, nach dem Sport die Kleidung zu wechseln und sich sauber fühlen zu wollen. Irgendwann „erstinkt“ man daran. Sich seinen Emotionen zu stellen, ist die beste Dusche für die Seele. Mein Apell, an alle liebenden Menschen würde lauten: Niemals aufzuhören, ehrlich zu sich selbst zu sein. Offen und gemeinsam, unter dem Schutzschirm der Liebe, über Emotionen zu sprechen. Darauf zu achten, ob negative Gefühle überwiegen oder Positive nicht mehr vorhanden sind. Denn ich glaube es gibt nichts Schlimmeres, als plötzlich, für einen geliebten Menschen, gleichgültig zu sein. Gleichgültigkeit ist die Abwesenheit von Gefühlen. So mancher möchte da schon lieber gehasst werden. Da Hass, wenn auch eine negative, aber doch sehr starke Emotion ist.

    Lg EinerVonDenAnderen

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