Entschuldigung, wie komme ich an mein Ziel?

Manchmal fühlt man sich im Leben wie in einer fremden Großstadt ausgesetzt. Wird von gehetzten Passanten angerempelt, es ist laut und die Autos rasen an einem vorbei. Selbst steht man mittendrin. Komplett verloren. Wenn man Glück hat, hat man wenigstens ein Ziel oder eventuell auch einen Stadtplan in der Hand.

Klar, man könnte auch einfach mal nach dem Weg fragen. Das hilft einem leider auch nicht immer weiter. Verständigungsprobleme und verschiedene Ansichtsweisen führen dazu, dass die Wegbeschreibung alles andere als klar und nachvollziehbar ist. Denn wie es scheint, spricht jeder seine ganz eigene Sprache und diejenigen, die einen doch verstehen, schlagen einem jedes Mal völlig unterschiedliche Wege vor. Letztendlich steht man dann noch immer da und weiß genauso wenig weiter wie schon zuvor.

Darum sollte man lieber auf sich und sein hoffentlich funktionierendes Bauchgefühl vertrauen. Sich alleine für einen Weg entscheiden und vor allem einfach mal losgehen. Irgendwo kommt man schon hin. Kann sein, dass man sich an der Ausgangsposition wiederfindet, aber dann schlägt man eben einen anderen, neuen Weg ein. Manchmal endet man auch in einer Sackgasse. Hier heißt es erneut umdrehen und neue Wege probieren. Es ist aber ebenfalls gut möglich, sich gleich für den richtigen Weg zu entscheiden. Dabei hat man sich dann eine Menge Zeit und Nerven gespart. Allerdings kann man da schon mal auch tolle Sachen versäumen, solche die einem bei kleinen Umwegen über den Weg laufen würden. Interessante Menschen, witzige Erlebnisse sowie tolle Orte, wo man sich neue Inspirationen holen oder einfach mal auch Kraft tanken kann. Diese Nebenstraßen des Lebens sind definitiv einen kleinen Abstecher wert und wenn man schon mal da ist, warum  sich nicht gleich etwas umsehen?

Ich irre noch immer etwas planlos umher und vergesse vor lauter Eindrücke sammeln, dass ich doch eigentlich wo hin wollte. Zwischendurch ärgere mich dann gerne über vermeintliche Sackgassen und darüber, schon wieder einmal so viel Zeit vertrödelt zu haben. Dennoch, ich gebe nicht auf. Ich gehe und gehe. Setze Markierungen wo ich schon einmal war und wo ich wieder einmal zurück kommen möchte. Setze große Warnschilder dorthin, wo ich auf keinen Fall mehr wieder hingehen sollte. Irgendwann gelange auch ich dann an mein Ziel. Zumindest hoffe ich das! Ich freue mich bereits jetzt schon, wenn ich nach all den Strapazen endlich angekommen bin. Allerdings werde ich gar keine Zeit zum Verschnaufen haben, denn bei meinem Glück finde ich mich schlagartig in einer neuen Großstadt wieder und das Ganze geht von vorne los. Sollte dies der Fall sein, gehe ich allerdings bestimmt nicht mehr alles zu Fuß ab. Das ist schon mal klar. Ich schnappe mir dann einfach ein Rad oder steige in ein Taxi, denn zum Glück lernt man ja jedesmal dazu …

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