Meine Gedanken feiern Party

Wie ich es hasse, hier zu sitzen. Mit all meinen wirren Gedanken. Ich würde sie wirklich gerne frei geben. Aber sie wollen einfach nicht. Nein, im Gegenteil. Sie beschließen es sich hier bei mir so richtig gemütlich zu machen. Sie breiten sich regelrecht aus. Die einen trinken genüsslich Rotwein und halten intellektuelle Gespräche, die anderen feiern eine wilde Party und schütten sich einen Shot nach dem anderen rein. Eine dritte Gruppe hat sich in eine Ecke zurück gezogen und meditiert so vor sich hin. Einige ziehen ein griesgrämiges Gesicht und wiederum andere fühlen sich einfach nur wohl und genießen den Augenblick. Bei diesem Anblick fallen mir plötzlich folgende Textzeilen ein: „It’s my party and I’ll cry if I want to, cry if I want to. You would cry too if it happened to you!”.

Die Partygäste

Gut, so richtig heulen muss ich dann doch nicht, aber es nervt ganz schön. Immer dann wenn ich das Gefühl habe endlich aufgeräumt zu haben, kommt schon der nächste Trupp an. Manchmal sind es alte Bekannte, oftmals aber auch mir völlig neue Party-Crasher. Ich glaube es wird Zeit für einen Türsteher. Jawohl. Wo kommen wir denn hin, wenn hier jeder bei mir so ein und ausgehen kann. Dabei ist es schade, dass sie nicht so wirklich aus sich raus wollen. Denn in jedem von ihnen steckt eine großartige Geschichte. Ich könnte über jeden von ihnen einen Blog schreiben. Aber noch zieren sie sich. Sind noch viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt.

Die Gesprächsthemen

Die einen diskutieren darüber warum andere uns oft nicht so sehen wie man selbst doch eigentlich ist und warum man sich deswegen so ärgern muss. Andere wiederum können es einfach nicht verstehen, dass gewisse Mitmenschen ständig in ihrer Vergangenheit leben und darauf hoffen, dass diese 1:1 wieder in ihrer Gegenwart auftaucht. Was dabei auch gleich wieder die Frage aufwirft: Wieso ärgert das einen selbst? Jedes Grüppchen hat dabei seinen eigenen Gesprächs- und Diskussionsstoff. Die Meditierenden und Tanzenden ausgenommen, die machen es sich etwas einfacher. Sie lassen die Dinge so wie sie sind. Schalten ab oder tanzen sich frei. Mal schauen ob ich einen der Gedanken nicht doch noch zu fassen kriege. Ihn dazu bekomme endlich Klartext mit mir zu reden. So schwer kann das doch nicht sein, oder? Vielleicht sollte ich aber auch einfach einmal abschalten und gemeinsam mit ihnen feiern. Wer weiß, eventuell lernt man sich so endlich besser kennen …

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