Schwupps … und da habe ich losgelassen

Loslassen. Wer kennt das nicht, dieses Wort, das einem so oft nahe gelegt wird. Leicht einmal gesagt und doch so viel schwerer umgesetzt. Total verkrampft konzentriert man sich darauf, wie man am besten und vor allem am schnellsten loslassen kann. Es treibt einen manchmal regelrecht zur Verzweiflung. Andere schaffen es doch auch, warum ich bloß nicht? Gibt es hier besondere Tipps und Tricks? Was würde man nicht alles geben um endlich von dieser einen Sache loszukommen.

Viele Bücher sind bereits über das Thema Loslassen geschrieben worden, selber kennt man bestimmt auch den einen oder anderen, der einem immer mit diesem „Du musst endlich loslassen“-Sprüchen kommt. Aber wenn es tatsächlich so leicht ginge, hätte man es doch ohnehin längst getan. Eben, man scheitert an der Umsetzung. Was jetzt also tun?
Einen Ratgeber nach dem anderen lesen, Internetforen durchforsten, Freunde um Hilfe bitten? Klar, kann man alles machen. Aber wahrscheinlich hilft einem letztendlich doch nur das Wissen, dass das Loslassen von ganz alleine geschieht.

Man wacht eines Tages auf und merkt, das irgendetwas anders ist. Man kann plötzlich wieder frei durchatmen und lästige Gedanken scheinen einem von heute auf morgen nicht mehr zu quälen. Es schießt einem die Erkenntnis des Tages durch den Kopf: Ich habe losgelassen! Und das einfach so.

Im Laufe des Lebens muss man so einige Dinge immer wieder loslassen. Von der vermeintlichen Liebe angefangen bis hin zur Vorstellung, sein ideales Traumgewicht doch noch irgendwann zu erlangen. Die Gründe für das Loslassen sind dabei unterschiedlicher Natur. Zum einen weil die vermeintliche Liebe nicht will, zum anderen weil es wirklich reine Zeitverschwendung wäre, daran festzuhalten. Das Leben – man mag es manchmal kaum glauben – hat dann doch so einiges mehr zu bieten. Nur leider ist das in genau dem Augenblick überhaupt nicht ersichtlich. Wie ein Ertrinkender im Wasser hält man sich panisch an irgendetwas fest und übersieht dabei komplett, dass das Wasser ohnehin nur knietief wäre. Eigentlich bräuchte man nur aufzustehen, sich galant die Haare über die Schultern werfen (oder für diejenige ohne langem Haar reicht auch ein cooles Schulterzucken) und mit erhobenem Haupt aus dem Wasser zu steigen. Macht man aber anfänglich nicht, denn wie gesagt, diese Erkenntnis braucht etwas Zeit. Bis dahin klammern wir uns an Utopien, schöngefärbten Erinnerungen und manchmal auch an Schnappsideen fest.

Vermeintliche Schlachtpläne um schneller an sein Ziel zu gelangen:

Verschiedene Methoden um das Loslassen zu beschleunigen gibt es aber dennoch. Dies hängt aber immer davon ab, was für ein Typ man selber ist. Man kann zum Beispiel einfach mal abwarten und darauf hoffen, dass die Zeit einem über die Sache hinweghilft oder man setzt gezielt Strategien ein.

Was schon mal helfen kann, ist sich bei aufkeimenden Stör-Gedanken abzulenken oder diese Gedanken wie eine imaginäre dunkle Wolke zur Seite zu schieben. Hier kann man ihnen sozusagen mit gleichen Mitteln eins auswischen. So wie diese nervtötenden Gedanken und Gefühle sich meinen Kopf als Ausgangspunkt auserkoren haben, nutze ich meine grauen Zellen zur Erschaffung von kreativen und imaginären Superkräften. Verweise diese – wirklich nicht zu gebrauchenden und quälenden – Gedanken in ihre Schranken, lasse sie Bäche runter fließen oder in Form von Ballons auftauchen, um diese dann gezielt abzuschießen. Peng, Peng! Aber Ablenken geht auch anders, also nicht nur gedanklich sondern live und in 3D. Sich mit Freunden treffen gehört hier ebenfalls dazu wie sich auf neue oder natürlich auch alte Hobbys stürzen.

Ein weiteres Mittel und quasi Klassiker aus alten Tagen ist die „rituelle Verbrennung“. Situationen oder Personen, die man aus seinem  Kopf und Leben haben möchte, schreibt man auf einen Zettel und verbrennt diesen dann anschließend. Im Kreise von guten Freunden und dem einen oder anderen alkoholischen Getränk kann dieser reinigende Effekt noch besser erzielt werden.

Will ich von einer Person loslassen, hilft auch das bewährte „Aus den Augen aus dem Sinn“-Prinzip. Das heißt, den Kontakt mal für eine Weile auf Eis legen oder zumindest auf ein absolutes Minimum reduzieren. Zuerst fühlt man sich dabei wie ein Drogenabhängiger auf kaltem Entzug. Windet sich vor Schmerz und Verlangen, aber wer stark bleibt, ist längst schwach gewesen und wird sich in kürzester Zeit befreiter fühlen. Wurde ebenfalls von mir bereits erprobt und als sehr gut und effektiv befunden.

Der Aha-Effekt – fast schon unbezahlbar:

Lange Rede, kurzer Sinn: Man kann also schon so einiges machen, um schneller loszulassen. Letztendlich läuft dies jedoch ganz im Stillen ab und das von heute auf morgen. Eigentlich genau dann, wenn man gar nicht damit gerechnet hätte. Deswegen nicht in Panik verfallen, wenn man schon wieder mal genötigt wird loszulassen. Das Problem löst sich meist von selbst. Vielleicht sollte man auch jedesmal wenn man es geschafft hat loszulassen, dies irgendwo notieren. Vielleicht in einem Art „I survived“ Tagebuch. Beim nächsten akuten Fall kann man sich so die Bestätigung holen, vermeintliche „Ich werde das niemals überstehen“-Situationen ja dann doch immer wieder überlebt zu haben.

Natürlich könnte man jetzt auch raten, gleich von Anfang an seine Hände bei sich zu lassen und sich nirgends festzukrallen um gar nicht erst wieder loslassen zu müssen. Das ist aber in vielen Fällen dann doch schwer plan- bzw. umsetzbar. Vor allem ist die Erkenntnis, diese plötzlich spürbare Erleichterung und Freude nach dem man losgelassen hat, dann doch viel zu schön um es nicht das eine oder andere Mal doch wieder zu „durchleben“. Ja und von dem Lerneffekt gar nicht erst zu sprechen. Aber jetzt lasse ich auch wieder los. Oder zumindest lasse ich für kurze Zeit meine Finger davon – und zwar von meiner Tastatur. Natürlich nicht für lange – versprochen.

Advertisements

2 Gedanken zu “Schwupps … und da habe ich losgelassen

  1. Ha, jaja… Am tollsten ist der Blick zurück auf Zeiten, in denen man sich gar nicht vorstellen konnte, wie man nur ohne xy auskommen sollte. Und heut ist’s dir total gleichgültig… Da sieht man halt auch wieder, wie sehr das Ego eigentlich Schuld an der ganzen Misere ist!
    Ich denk mir oft nur mehr: Das sind Emotionen, das bin nicht ich – und sie gehen wieder vorüber. 🙂

    • vollkommen richtig! 😉 neben dem „ego-zwerg“ macht uns auch aber immer wieder die umstellung/ gewohnheit zu schaffen – somit: leinen los und auf in eine neue zukunft 😉

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s