Geduld – nicht meine Tugend, oder?

Jeder von uns hat so ein paar klitzekleine Schwachpunkte auf seinem Karmakonto. Eine von mir persönliche Unstärke ist wohl das Nicht-Vorhandensein von Geduld. Also nicht komplett, aber ist sie doch eher als schwach ausgeprägt anzusehen. Ist eine Situation nicht so wie ich sie gerne hätte, dann wird so lange daran gerüttelt, bis es endlich passt und das natürlich SOFORT! Allerdings muss ich leider zugeben, dass ich damit nicht immer gut gefahren bin. Doch ich, Frau Unverbesserlich, konnte es einfach nie lassen – bis jetzt zumindest.

Schon von Klein auf war mir das Warten zuwider. Bevor lange auf die Hilfe Erwachsener zu warten, nahm ich viele Dinge einfach selber in die Hand. Was zwar meiner Selbstständigkeit ungemein zu Gute kam, in punkto Geduld hat es mich leider nicht wirklich weiter gebracht. Ich lernte, dass es einfacher ist sich selbst um die Dinge zu kümmern. Eigentlich nicht nur einfacher, es geht vor allem schneller. Warum lange warten, wenn man vieles auch sofort haben kann. Vielleicht nicht genau so wie geplant oder vorgestellt, aber immerhin.

Der Nachteil an der ganzen Sache: Jetzt wo ich bereits erwachsen bin, verhalte ich mich leider noch immer oft so wie in meiner Kindheit. Laufen Dinge nicht so wie ich sie gerne hätte beziehungsweise nicht in dem Tempo, dann wird nicht lange herum gefackelt. Selbst ist die Frau und allein tut bzw. schafft sie auch alles was sie sich vornimmt. In der Arbeit ist mir das zwar immer zu gute gekommen, in privaten Angelegenheiten hätte ich dann doch öfter mal die ruhige Kugel schieben sollen. Ich musste einsehen, dass der Spruch „In der Ruhe liegt die Kraft“ auch nicht von irgendwo her kommt, sondern durchaus clevere und alltagstaugliche Aspekte aufweist. Damit letztendlich etwas wirklich gut wird, muss man manchen Sachen im Leben einfach Zeit zum Reifen geben. Es hat auch definitiv Vorteile manches einfach einmal geschehen zu lassen. Sich einfach zurück zu lehnen und die Zeit ihres tun zu lassen. So spart man nicht nur eine Menge Energie, oft wird man auch für seine Geduld gleich doppelt belohnt.

Na gut, mittlerweile bin ich doch um einiges ruhiger und zeitgleich auch geduldiger geworden. Je älter ich werde umso besser kann ich wie es aussieht mein feuriges Temperament unter Kontrolle halten. Manchen mögen sich jetzt gerade bei meiner ernst gemeinten, letzten Äußerung vor lauter Lachen verschluckt haben – aber ehrlich wahr! Das mit dem Alter und der Weisheit scheint tatsächlich richtig zu sein. Okay, ich gestehe –  ab und zu bricht meine Ungeduld doch plötzlich hervor. Wusch! Wie ein Vulkan. Unaufhaltsam und mir dann völlig unerklärlich warum ausgerechnet jetzt. Dann gilt es wieder sich selbst in Ketten zu legen und auszuharren. Jawohl, anders funktioniert es nicht und von mal zu mal wird es auch besser. Wirklich! Keine Ahnung ob aus mir jetzt die pure Hoffnung oder der absolute Realismus spricht. Wie auch immer, ich werde mich auch weiterhin in Geduld üben. Ohm!

Sollte mal etwas nicht so laufen wie ich eigentlich möchte, dann denke ich mir seit neuestem einfach: pfff – wer braucht denn das oder den überhaupt?! Ein Typ meldet sich nicht mehr? Na, dann halt nicht. Wer keine Lust hat mit mir traumhaften Wesen Kontakt zu haben, muss ja nicht. Es gibt eine Menge anderer Personen, die mich und meine bezaubernde Art zu schätzen wissen. Früher hätte ich unbedingt irgendetwas unternommen, mittlerweile habe ich nicht mehr das Bedürfnis jedem gefallen zu wollen. Ein anderer Klassiker: Mein Gegenüber hört einfach nicht zu quasseln auf? Kein Problem, ich schalte einfach innerlich ab oder beende höflich das Gespräch. Körperzuckungen, verspannte Körperhaltungen und ungeduldiges Fingerklopfen gehören nun mehr der Vergangenheit an (also zumindest zu 70 %). Oder: an der Kassa geht nichts weiter? Auch kein Ärgernis mehr. Ich setze mir Kopfhörer auf und singe zu meiner Lieblingsmusik mit und nerve so die Leute die alles mal wieder aufhalten (Also gut, das war jetzt komplett gelogen, hier verliere ich auch weiterhin gerne die Geduld, aber ich werde das in Zukunft definitiv mal ausprobieren!) Wer ebenfalls so schöne Beispiele zum Thema Geduld auf Lager hat, bitte unten ins Kommentarfeld posten. Eure Bloggerin würde sich freuen und wartet einfach mal (un)geduldig auf den ersten Beitrag.

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