Es blüht, es blüht, es blüht … meine Fantasie

Wenn es jemanden mit einer blühenden Fantasie gibt – dann bin das wohl ich!  Jawohl! Ich kann so herrlich Tagträumen, die wildesten Spekulationen imaginär austüfteln und für jeden Nonsens eine triftige Erklärung finden. Keine Sorge, noch kann ich zwischen Realität und Fiktion unterscheiden und ich bin mir sehr wohl bewusst, dass das alles nur wilde Ausmalungen meinerseits sind. Dennoch, um nichts in der Welt würde ich meine lustigen Fantastereien aufgeben wollen. Auch wenn ich dafür des öfteren seltsame Blicke einkassiere. Wie auch immer – es lebe mein kreatives Gedankengut!

Ich wünschte ich könnte mich an all die von mir bereits erdachten Szenarien erinnern. Da diese aber ohnehin wie aus einer Maschinenpistole heraus geschossen kommen ist für Nachschub somit immer gesorgt. Schon als Kind war ich, was meine Fantasie anbelangte, sehr kreativ unterwegs. Untermalt wurde das damals auch noch mit großartigen Show-Einlagen. Ich liebte es in Rollen zu schlüpfen, meine Stimme zu verstellen oder verschiedene Akzente anzuwenden. Vom kleinen Ölscheich bis hin zum ungarischen Reiseführer hatte ich alles drauf – aus dem Stegreif natürlich. Langweilig war es mit mir jedenfalls nie. Zumindest meine Familie hatte so ihr tägliches Kabarett-Programm frei Haus und in Endlosschleife. Vielen Dank dafür (also, dass ihr das immer geduldig ertragen habt), ihr wart ein wundervolles Publikum und seid es heute immer noch!

Aber zurück zu meiner unbändigen Fantasie. Als 7-Jährige war ich sogar für kurze Zeit felsenfest davon überzeugt die Reinkarnation von John Lennon zu sein. Kein Scherz! Ich hatte da etwas mit dem Sterbedatum seinerseits und mit dem Geburtsdatum meinerseits durcheinander gebracht. Aber auch wenn ich mir später meines Irrtums bewusst war, eine Sonnenbrille im John Lennon-Stil habe ich dennoch weiterhin getragen. Reinkarnation hin oder her, wenn ich schon nicht John Lennon sein konnte, dann zollte ich ihm wenigstens mit meinem (eigentlich ja seinem) Look Tribut.

Ja, meine Vorstellungskraft ist so dermaßen groß, dass ich in Null-Komma-Nix ein Oscar-reifes Drehbuch zusammen hätte. An dramatischer Action fehlt es dabei genauso selten wie an erstklassigen Dialogen. Gut manchmal driftet es auch schon in Richtung Hollywood-Schrott ab, aber auch das muss wohl ab und zu sein. Ein kleines Beispiel dazu habe für euch: Ein damaliger Freund von mir hatte mir per Nachricht mitgeteilt, dass er soeben seinen Boden dermaßen gereinigt hätte, dass man sich jetzt darin nicht nur spiegeln sondern auch davon essen könnte. So weit so gut. Als ich mich dann etwas später bei ihm melden wollte gab es keine Reaktion seinerseits. Sehr komisch und total untypisch. Na ja und in einem Sekundenbruchteil hatte ich schon das ganze Szenario und die Erklärung für das Ausbleiben seiner Reaktion parat. Welche sich wie folgt abspielte:

Da der Boden ja so dermaßen sauber und glatt war ist er ausgerutscht – klar, was auch sonst! Der Ärmste kann sich nicht mehr bewegen. Sowohl Hüft- als auch Oberschenkel mussten gebrochen sein. Mindestens! Er versucht mit letzter Kraft an sein Handy zu gelangen, es liegt aber zu weit weg. Die Verzweiflung in ihm steigt und steigt. Die höllischen Schmerzen bringen ihn fast um den Verstand und er beginnt sich die ärgsten Horrorszenarien auszumalen, wie er elendig, hier auf seinem super sauberen Boden, verreckt. Er versucht zu schreien, aber niemand hört ihn. Zum einen weil er sich beim Sturz die Zunge abgebissen hat – oder zumindest ein Stück davon. Zum anderen weil das Nachbarskind selbst ununterbrochen dermaßen laut schreit, dass sein „Krächzen“ völlig untergeht. Der letzte Gedanke, der ihm noch durch den Kopf geht dreht sich um mich – ist ja dann auch irgendwie klar! Dass er im Endeffekt nur einkaufen war ist im Gegensatz dazu ja dann doch eine wirklich „sterbens“-langweilige Geschichte …

Jedenfalls finde ich meine Art von Theatralik da schon viel unterhaltsamer und witziger (also nicht, dass ich es witzig finden würde, wenn das Szenario von vorhin tatsächlich passiert wäre. Aber bitte, seien wir ehrlich, wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich das tatsächlich so abgespielt hätte?). Wie gesagt, ich weiß, dass das völliger Humbug ist. Aber ich finde es einfach spannender mein Leben für kleine Momente so Kinomäßig zu gestalten. Natürlich beschränke ich mich nicht nur auf Horror-Szenarien. Besonders schöne Fantasiereisen gönne ich mir auch immer wieder. Von mir auf Städtereisen, von mir und meinem Traummann, von mir als zufriedene Singlefrau (kommt immer gerade darauf an, in welchem „Status“ ich mich gerade befinde), von mir und meinem ersten Roman in der Hand, etc. Seufz! In meiner bunten Fantasiewelt ist ja alles erlaubt und weil ich gerade so schön ins Schwärmen komme, werde ich mich doch gleich mal in die laue Sommernacht begeben und noch etwas so vor mich hin fantasieren.

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