Ohne Ziel am richtigen Weg

Braucht der Mensch wirklich hochgesteckte Ziele in seinem Leben oder ist es nicht doch besser in kürzeren Etappen zu planen – wenn überhaupt?

Ich bin ja bekanntlich eine Träumerin. Meine Fantasie geht gerne in die verschiedensten Richtungen. Jedoch habe ich überhaupt keine groß gesteckten Ziele. Zumindest nicht mehr. Das einzige was ich mir vom Leben erwarte: Glücklich sein, ach ja und – okay ein Ziel hab ich dann doch – in nächster Zukunft dann doch mal mein Buch fertig schreiben. Aber ansonsten? Nichts – nada – niente! Weder habe ich eine Vorstellung davon ob ich mal Familie haben werde, noch ob es ausreichen wird für ein Haus mit schickem Swimmingpool. Wenn es sein soll, kommt es ja dann doch – irgenwie und von ganz alleine. Ich breche da gerne mal aus Strukturen aus. Lasse mich nicht von vermeintlichen Zielen einengen. Springe da viel lieber in meine persönliche große Freiheit. Ziele und Pläne hin oder her. Mir geht es doch gerade gut und ist nicht das eigentlich das Wichtigste?

Tja, ich halte einfach von solchen Lebensplanungen nun mal gar nichts – oder zumindest nichts mehr. Denn es kommt ja doch immer anders als man es sich irgendwann einmal vorgestellt, erwünscht hatte. Zum einen weil das nun mal das Leben ist, zum anderen weil sich die eigenen Einstellungen immer wieder ändern. Fand man früher das eine oder andere super interessant in seinem Leben, kann es sein, dass man es Jahre später nur noch als langweilig ansieht. So nach dem Motto: „Was? Unglaublich, dass ich mir das mal im Leben gewünscht hatte!“ Wenn es nach meinen Lebensvorstellungen vor rund 20 Jahren gegangen wäre, hätte ich jetzt Mann, Kinder und Karriere. Was für eine stereotype Lebensplanung. Aber gut, als 12-Jährige hat man auch noch keine Vorstellung davon, was da noch alles so kommen kann. Ja, damals konnte ich eben noch nicht erkennen, dass das Leben ganz viel mehr zu bieten hat. So etwas wie Selbstverwirklichung oder auch unabhängiges zum Beispiel. Im Nachhinein bin ich da wirklich froh, dass ich diesbezüglich noch mal die Kurve  gekratzt habe. Also nicht dass die Attribute Mann, Kind und Karriere schlecht wären. Aber ich weiß nun mal nicht ob ich, wenn ich schon mit Mitte zwanzig das alles gehabt hätte, da meine Leidenschaften und tief versteckte Träume so ausleben hätte können, wie es jetzt der Fall ist. Gut, das Was-wäre-wenn-Spiel kann man hier definitiv auslassen. Kommt ja doch nie die Wahrheit ans Licht. Fakt ist, im Prinzip ist es gut, dass alles so gekommen ist, wie es war und auch ist. Ich lebe nun mehr im Hier und Jetzt und habe dennoch alles „unter Kontrolle“. Ich genieße einfach das was ich habe und lasse mich gerne von unerwarteten Schicksalswendungen überraschen. Ja, ich liiieeeebe Überraschungen! Vor allem wenn sie positiv sind, also von denen kann ich ja wirklich gar nicht genug kriegen. Aber es ist auch okay, wenn alles einmal einfach so seinen gewohnten Lauf nimmt. Langweilig ist mir zumindest noch nicht geworden in meinem exklusiven Leben.

Natürlich steht es jedem frei sich für genaue Zeitpläne, strukturierte Ziele und fixierte Meilensteine seines Lebens zu entscheiden. Ich bin wie es aussieht einfach nicht der Typ dafür. Bin lieber für alle Arten von Unvorsehbarem gewappnet. So kann mich weder eine Welle der Enttäuschung wegschwappen, noch die Frustrations-Keule erwischen. In mir steckt nun mal so eine Art Abenteurerin. Ich bereise viele Situationen im Leben. Wenn es mir wo gefällt, bleibe ich eine Weile und wenn ich das Bedürfnis habe Neues zu entdecken, mache ich mich eben wieder auf den Weg. Und wer weiß, vielleicht gefällt mir etwas so sehr, dass ich für immer dort bleibe. Wer weiß das schon? Ja, so gesehen habe ich dann doch auch ein Ziel – und zwar einfach zu leben und zu genießen! Eigentlich ein wirklich guter Plan.

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