With a little help from my friends

Dieser weiße, leere Bildschirm vor ihr, der sie fast erstarren lässt. Wie ein Hypnotiseur schafft es dieses weiße Feld sie in Angst und Schrecken zu versetzen. Dieses weiße Nichts, das sie doch so gerne füllen würde oder vielmehr ein Teil in ihr, der regelrecht aufgeschrieben werden möchte. In ihrem Kopf sind die großartigsten und schönsten Geschichten bereits vorhanden, doch wenn es darum geht diese auf digitales Papier zu bringen, fühlt sie sich wie der Hase vor der Schlange. Unnötige Sorgen und Gedanken kommen wie aus einem Maschinengewehr geschossen und durchlöchern ihre Erzählungen. Dabei hat sie momentan doch gar keinen Stress, keinen Abgabetermin, keinen Zwang – wozu also diese Blockade? Brauchte sie am Schluss sogar einen äußeren Druck um „funktionieren“ zu können? Vielleicht sollte sie einfach mal über ihre Blockade schreiben, denkt sie sich. Vielleicht ist das der Weg, um über diese hinweg zu kommen. Um sich noch weitere Inspirationen zu holen, greift sie zu ihrer kleinen Kartenbox, zu ihrem kleinen heiligen (Schreib-)Gral. Darin enthalten sind der Geist und zuletzt auch die vielen praktischen Weisheiten und Worte vergangener Schriftsteller und Schriftstellerinnen. Ganz nach Zufallsprinzip wählt sie eines der Kärtchen aus und liest: „If I waited for perfection, I would never write a word.“ Sehr fein, denkt sie sich, genau das Richtige in diesem Moment. Zuerst einmal schreiben und dann kann man sich immer noch Gedanken machen, ob das Geschriebene was kann. Vielen Dank schon mal Frau Margaret Atwood, der Ansatz ist schon mal gut, aber mal sehen was Atwoods Kollegen dazu sagen. Wieder ein Griff in die Box, diesmal ist es Ernest Hemmingway, eines ihrer großen Vorbilder. Vielleicht nicht unbedingt in Lebensführung, aber im Schreibwillen und -stil dann doch. „There is nothing to writing. All you do is sit down at a typewriter and bleed.“ Exakt, Herr Hemingway. Sie fühlt wie ihre Blockaden langsam zu zerbröckeln beginnen und ihr Drang zu schreiben immer größer wird. Vor ihren Augen kann sie bereits erkennen, wie der weiße Bildschirm sich immer mehr mit Wörtern und letztendlich Zeilen füllt. Alle guten Dinge sind drei und so zieht sich noch ein letztes Kärtchen für heute: „All good writing is swimming under water and holding your breath.“ Mit diesen Worten F. Scott Fitzgeralds ist sie nun endlich bereit in die Welt ihrer Geschichten einzutauchen und diese für immer hier festzuhalten.

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