Zwei Seiten. Mindestens.

Jede Sache oder Geschichte hat zwei Seiten. Mindestens. Und ist immer reine Ansichtssache. Es ist wie wenn zwei Leute um einen Ball sitzen und dieser Ball besteht aus zwei Farben. Die eine Hälfte ist blau, die andere rot. Wenn jetzt diese beiden Personen vor sich auf den Ball schauen, sehen sie jeweils eine Farbe. Die andere können sie nicht sehen. Dazu müssten sie aufstehen und einen anderen Blickwinkel einnehmen. Machen sie aber nicht. Im Gegenteil,  man holt sich weitere Personen, die sich ganz nah zu einem stellen und lässt diese die Frage nach der Farbe beantworten. Natürlich sehen diese dann auch nur die eine Farbe. Kopfnicken und Bestätigung sind die Folge. „Ja klar ist der Ball rot“, sagen die einen. Die gegenüberliegende Gruppe, der andere hat sich mittlerweile ebenfalls Unterstützer für seine Sichtweise geholt, ruft darauf vehement zurück: „Nein, der Ball ist blau! Das kann doch jeder sehen!“. Das Endresultat: Beide Gruppen verteidigen ihre Sichtweise und erklären sich gegenseitig für farbenblind. Dann steht einer plötzlich auf um nachzusehen was dort auf der anderen Seite los ist und gibt seiner Gruppe Bescheid: „Der Ball hat auf der anderen Seite tatsächlich eine andere Farbe“. Seine eigene Gruppe glaubt ihm nicht. Sie denkt, er hätte sich von „denen da drüben“ überstimmen lassen. „Der hat sich bestimmt kaufen lassen!“, „Der wurde manipuliert!“ sind nur einige der Ausrufe seiner Gruppe. Die andere Gruppe fühlt sich in ihrer Meinung bestätigt, will aber die andere Seite weiterhin nicht akzeptieren. Immerhin kommt der eine ja von der anderen Gruppe, wahrscheinlich ist dem doch nicht so ganz zu trauen. Während heftig weiter gestritten wird, bildet sich eine kleine dritte Gruppe. Eine die um den Ball herum geht und dabei noch so vieles mehr entdeckt, wie Schattierungen und wechselnde Farben durch wechselnde Lichtverhältnisse zum Beispiel. Diese Gruppe hat es allerdings besonders schwer, denn die beiden ersten Gruppen, haben sich jetzt so richtig schön eingeschworen und da geht keiner mehr von seiner Meinung ab. „Ja wo kommen wir da hin, wenn man hier nicht standhaft bleibt?!“ lautet die Devise. Irgendwann geht es gar nicht mehr um den Ball sondern lediglich um Standpunkte und ums Recht. Gut, dass das jetzt nur eine Geschichte ist und die hat ja, wie wir bereits wissen, immer zwei Seiten. Mindestens.

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