Ich bin nicht Sisyphus!

Hier kommt einfach mal ein Schlagwort zugeflogen – et voilà: VERLIEREN! heißt es.  Etwas was man wirklich irgendwie ständig an der Backe hat. Natürlich total ungefragt und immer im ungünstigsten Moment, sowie in unterschiedlichster Form. Dabei kann es sich genauso um Personen handeln als auch um Gegenstände, das eigene Herz oder auch schon einmal das eines anderen. Manchmal kann man den eigenen Stolz verlieren, das Rückgrat oder einfach seine Stärke. Ich bin vor allem prima in Herzen verlieren, als auch in Punkto Jacken „anbauen“. Keine Ahnung warum mir immer gerade die schwarzen Jäckchen abhanden kommen?! Aber gut, weiter zum eigentlichen Thema.

Langsam komme ich mir diesbezüglich schon wie Sisyphus vor. Während er ständig mit seinem zurückrollenden Stein zu kämpfen hatte, rackere ich mich mit meinen ganz eigenen Felsblöcken ab. Aufgepasst jetzt schließt sich auch gleich der Kreis: Mein „persönlicher Stein“ und damit auch Krampf, dürfte ja der ständige Verlust von Beziehungen sein. Immer wenn ich kurz davor bin – oder zumindest habe ich manchmal das naive Gefühl – diesmal könnte ich es packen (Keine Ahnung wie es der hartnäckige Optimismus immer wieder schafft, doch wieder auf meiner Matte zu stehen? Er scheint nun mal nicht unterzukriegen zu sein), rollt der blöde Felsen wieder zurück! Wie Sisyphus probiere ich es immer wieder und immer wieder scheitere ich. Manchmal merke ich schon gar nicht mehr, dass ich erneut dabei war einen Stein zu rollen! So automatisiert dürfte das bei mir bereits sein. Hinzu kommt ja noch, dass ich in der Vergangenheit auch gleich mit überrollt wurde! Wusch – einfach so und einfach drüber! Zum Glück habe ich etwas dazugelernt und bin schon so weit rechtzeitig zu reagieren. Sobald ich merke „Mist, gleich rollt er zurück“, versuche ich gar nicht mehr ihn aufzuhalten. Nein, ich springe einfach zur Seite und lasse ihn irgendwo hinter meinem Rücken zerschellen. Gut, ab und zu erwischen mich dann doch kleine Splitter, welche wiederum kleine Kratzer verursachen. Aber das haut mich ja noch lange nicht um und – wie anstrengend –  dann geht das Ganze gleich wieder von vorne los. Neuer Stein, neuer Aufstieg und so weiter. Wir kennen das ja bereits.

Jetzt frage ich mich aber: Wer hat mich bitte in diese Art Unterwelt geschleppt und weswegen? Sisyphus hatte sich definitiv mit den Falschen angelegt. Mit wem habe ich es mir bitte schön verscherzt? Keine Ahnung. Auf alle Fälle spiele ich dieses doofe Spiel sicher nicht mehr mit! Ich habe bestimmt Besseres mit meiner Zeit anzufangen als hier Sisyphus für Arme zu spielen. Also Wirklich! Kann nicht einfach jemand anderer diesen Job für mich übernehmen? Ja, bitte – ich habe nämlich wirklich keinen Bock drauf (nur für den Fall, dass das noch nicht klar rübergekommen ist) – und hier ist auch gleich noch die Stellenausschreibung dazu:

Gesucht wird eine dauerhafte Vertretung für meine Sisyphus-Arbeit in Punkto (bringen wir es auf den Punkt) Männer!

Vielleicht gibt es jemanden da draußen, der wirklich Lust dazu hätte, sich mit meinen „Steinen“ rumzuschlagen? Fragen kostet ja nichts. Könnte sein, dass sich tatsächlich wer meldet?! Und währenddessen mache ich mir dann eine wirklich feine Zeit. Lasse es mir so richtig gut gehen. Packe meinen Terminkalender voll mit Sachen und Menschen die mich nicht nerven. Ach ja außerdem ist eine kleine Reise ebenfalls wieder mehr als fällig! Man sieht ich habe im Grunde genommen ohnehin KEINE Zeit für nervige Mann-Frau-Arbeiten. Gut, neben dem Steine rollen, habe ich natürlich auch weiterhin mein feines Leben gelebt. Aber ohne dieser Zusatzarbeit geht es bestimmt noch viel besser. Nicht wahr? Moment, habe ich mir so eben schon wieder einen mir nicht unbekannten Urlaub genommen? Einen Männerurlaub? Gut, ich, sowie aufmerksame Leser und Leserinnen sehen mein Leben ist ein Kreislauf, der – es hat zumindest den Anschein danach – immer im gleichen Muster abläuft. Pffff wie langweilig … aber da bin ich höchstwahrscheinlich nicht alleine mit diesem Schicksal.

Aber zum Abschluss sei noch einmal gesagt: Sollte es mich doch mal wieder überkommen, erneut etwas ins Rollen bringen zu wollen, dann schnappe ich mir definitiv keine vermeintlich netten Brocken, die sich im Nachhinein als furchtbar schwierig, kompliziert und was auch immer entpuppen. Vielleicht probier ich es einfach mal mit etwas Anderem, das zwar auch seine Ecken und Kanten hat, was aber nicht so schwer sein dürfte über den Hügel zu bringen. Mögen die Götter mir wohlgesonnen sein und mir etwas Herzhaftes, Ehrliches mit Rückgrat gönnen! Tja, da sind wir doch mal alle einfach gespannt wie das wohl weitergeht, ob es eine Fortsetzung geben wird oder ob das sogar bereits das Ende dieses Blogs ist, da es blöderweise nichts mehr Neues zu berichten gibt. Ne, ne so leicht gibt sich eure Bloggerin bestimmt nicht geschlagen – Sisyphus hin oder her! Irgendwas tut sich schließlich ja immer!

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Ausmisten

Es wird mal wieder Zeit etwas auszumisten. Diesmal soll die komplette Beziehungskiste, in diesem Falle der ganze monströse Schrank, ordentlich entrümpelt werden. Eine Menge Platz für Neues soll endlich her.

Hier hängt nämlich schon eine ganze Menge herrum. Viele kennen das bestimmt auch von ihrem eigenen Kleiderschrank. Manchmal hat sich ordentlich viel angestaut. Hat gar keinen Platz mehr für Neues. Dabei locken einen doch tagtäglich neue Verführungen, die man gerne haben möchte. Platz schaffen lautet somit die Devise. Das Meiste hat man ohnehin schon längst vergessen. Hat es bereits verdrängt, dieses Teil jemals besessen zu haben. Bei genauerer Betrachtung, denkt man sich: „Was hatte ich mir bloß dabei gedacht?“ oder „Kaum zu glauben, dass mir das einmal gefallen hat!“ Ja so einige erschreckende Teile und Abschnitte findet man sowohl im Kleiderschrank als auch in der mehr oder weniger großen Beziehungskiste wieder. Aus manchen Teilen oder Beziehungen ist man aber auch einfach rausgewachsen. Wenn also Kleidungsstücke oder alte Beziehungen irgendwo vergraben und vergessen rumliegen, schadet es wirklich nicht sie endlich hervorzuholen und sich deren gänzlichst zu entledigen. Eine Kleider- oder Typenspende würde sich dabei zum Entsorgen besonders gut anbieten. Vielleicht hat ja doch noch jemand anderer Lust auf das ausgediente Stück. Bitte schön! Einfach zugreifen. Selber will man es ohnehin nur noch loswerden. Gut möglich, dass es einem (oder auch zu einem) anderen viel besser passt. Die Sorge, dass eines der „Teile“ jemals wieder in Mode kommen wird, kann man getrost gedanklich abhaken. Nun gut, bei Kleidungsstücken, könnte das dann doch noch vielleicht eintreten. Was die Ex-Beziehungen anbelangt, so möge das Schicksal gnädig sein und nie wieder so eine schreckliche Partnerwahl schick werden lassen. Nein, das glaub ich nicht. Denn mein Geschmack, sowohl in der einen, als auch in der anderen Richtung hat sich mittlerweile stark verändert. Wahrscheinlich wird man mit der Zeit dann doch etwas reifer. Mit der neuen inneren Ausgeglichenheit kommt auch gleich ein neuer Modestil mit hinzu. Der neueste Trend dabei sind unkomplizierte Schnitte, dezente Farben, die mit auserwählten Elementen zu etwas ganz Besonderem werden. Die Mischung macht es aus. Verschiedene Stile werden zu einem ganz persönlich umwerfenden Look kombiniert. Wenn ich jetzt wieder in meine Kästen blicke, kann ich wirklich mit mir zufrieden sein. Alles weg, das man nicht mehr braucht und Platz ist ebenfalls wieder zur Genüge da. Diesmal wird aber beim Shoppen etwas mehr auf die Qualität geachtet. Fehleinkäufe werden in Zukunft tunlichst vermieden.

Eine kleine Erinnerung habe ich mir dann doch noch aufgehoben. Ein Stück, das ich vor vielen Jahren ganz lange getragen habe und welches mir als Einziges gut in Erinnerung geblieben ist. Diese möchte ich nicht hergeben, sondern in einer schönen Box aufgehoben wissen.