Eines Tages …

Eines Tages werde ich wieder glücklich sein. Wird alles anders, wird alles besser werden. Es gibt eine ganze Unmenge an „eines Tages“-Parolen inkludiert mit jeweils persönlichen Wunschvorstellungen. Schön wenn man positiv in Richtung Zukunft blickt. Aber warum erst später glücklich werden wollen? Wieso ungewiss lange auf etwas Besseres warten? Ich entscheide mich gleich fürs Glück und picke mir sofort das Beste vom Besten heraus. Dafür werfe ich all den Ballast ab, der mich an diesem Glück hindern könnte. Wenn nicht ich wer dann und wenn nicht jetzt, wann dann?

Ich entscheide mich für das Hier und Jetzt und werde bestimmt nicht irgendwelchen Situationen in meinem Leben nachtrauern, mein zukünftiges Leben davon bestimmen lassen. Sich mal Zeit geben etwas zu verdauen ist in Ordnung. Aber nur bis zu einem gewissen Punkt. Dann ist es an der Zeit ein klares Zeichen zu setzen und sich von Dingen, die man ohnehin nicht ändern kann, zu verabschieden. Sich wieder voll und ganz der Gegenwart widmen. Denn jetzt möchte ich glücklich sein und bereits heute möchte ich eine gute Zeit haben. Nicht erst irgendwann! Da man ja bekanntlich seines eigenen Glückes Schmied ist, sollte man nicht in apathische Zustände verfallen sondern das Eisen schmieden so lange es heiß ist. Also ran an die Schmiedeöfen, ran ans Glück!

Viele sind so mit ihrer Trauer über verpasste Chancen oder Gelegenheiten beschäftigt, dass sie ganz übersehen, dass es da noch viel mehr gibt. Noch so viel Besseres auf einen wartet. Vor lauter Selbstmitleid und Herzschmerz übersehen sie all die guten Dinge um sich herum. Neue tolle Momente gehen so wieder flöten und das ganze Unglücksrad beginnt wieder von vorne sich zu drehen. Erneut beginnt man sich die „Eines Tages“- Mantras reinzuziehen. Will man das? Ich zumindest nicht.

Ich durchbreche jetzt einfach diese Teufelsspirale. Werde bestimmt nicht abwarten ob und wann etwas passiert. Im Gegenteil. Ich packe es an. Packe das Glück bei seinen Hörnern. Bin mutig und mit Sicherheit nicht nachher die Gehörnte. Also, anstatt eines Tages glücklich zu sein, bin ich es einfach schon heute.

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Das Leben leben

Immer diese Fragen, die tagtäglich einem das Leben stellt. Wasche ich mein schwarz-weiß gestreiftes Shirt jetzt mit der schwarzen oder der weißen Wäsche mit? Stehe ich schon auf oder bleibe ich einfach mal länger liegen? Schaue ich heute noch bei dieser Veranstaltung vorbei oder bleibe ich ausnahmsweise gemütlich zu Hause?

 

Viele werden sich jetzt denken: „Wenn das schon alle ihre Probleme sind, na dann habe die Ehre?!“ Ja, danke der Ehre, denn mehr oder weniger sind sie es! Stimmt, ich habe derzeit einfach ein großartiges Leben, in dem ich mir nicht wirklich über relevante oder schicksalträchtige Ereignisse bzw. Dinge den Kopf zerbrechen muss. Ich lebe einfach. Das ist eigentlich auch schon das ganze Geheimnis, falls jemand auf der Suche nach der Zauberformel für einfaches Leben ist. Ich frage mich nicht ständig: Wieso, weshalb, warum. Hat dies nun einen Sinn oder nicht? Sollte man abwarten oder lieber nicht? Wird es eher positive oder mehr negative Konsequenzen haben? Wozu diese ganze Fragerei? Wenn es passt, dann passt es. Wenn nicht, dann nicht. Wenn etwas nicht sein soll, soll es nicht sein und soll etwas so sein wie es ist, finde ich es ebenfalls prima. Und überhaupt: Was nicht passt, wird einfach passend gemacht. Ich bin die Herrin über mein Schicksal. Funkt mir einer dazwischen oder versucht es zumindest, wird das nicht lange geduldet. Dann wird einfach mal wild mit dem Degen der Selbstbestimmung rumgefuchtelt. Ein brillianter Schlag und schon habe ich wieder Oberwasser, die Oberhand oder was auch immer – aber zumindest oben. Der emporgestreckte Arm, der den Sieg symbolisieren soll, gehört auf alle Fälle zu mir, ebenso wie das triumphierende Lächeln. Denn ich bau mir die Welt, widdewidde wie sie mir gefällt! Genau! Pippi Langstrumpf hatte damit den Nagel voll ins Schwarze getroffen – oder so ähnlich. Selbst unsinnige Sätze gönne ich mir einfach mal. Ich muss mich ja nirgendwo reinzwängen wo ich mich nicht wohl fühle. Muss niemandem gefallen, der ohnehin keinen Gefallen an mir hat. So lange es niemand anderem weh tut, kann ich zumindest mal tun und lassen was ich will. Kompliziertes Dasein war gestern. Heute steht einfach Leben am Programm!

Das Glück ist (k)eine Landkarte

Wenn man sich mal mit dem Auto verfährt und absolut keinen blassen Schimmer mehr hat wo man sich befindet, dann ist es doch das erste was man tut: einfach mal anhalten, sich einen Überblick verschaffen wo man sein könnte, sich eventuell eine Karte zur Hand nehmen oder einen Passanten fragen. Sich schließlich den neuen Weg vor Augen führen und dann wieder mit einem sicheren Gefühl den Weg fortsetzen. Das gleiche könnte man auch mit der Situation „Sich-im-Dschungel-oder-Wald-verlaufen“ gleichsetzen. Allerdings sind die einzigen Passanten hier gefährliche Tiere oder Moskitos eventuell auch noch ein relaxter Bär, der mit seiner Pranke dir den Weg zeigt. Trotz allem, hat man sich mal verirrt, sollte man zu allererst Ruhe bewahren, seine Gedanken ordnen und sich dann für einen neuen Weg entscheiden.

So verhält es sich auch mit dem Leben selbst. Aber anstatt hier anzuhalten und mal seine Gedanken zu sortieren und wieder die richtige Fährte aufzunehmen neigen Menschen meist dazu wie ein kopfloses Huhn immer weiter zu rennen. Ohne eine Ahnung wohin und dabei auch noch über eine Menge anderer Sachen stolpernd. Ist ja auch klar, so ohne Kopf. Deswegen ist es das beste sich einfach mal sein Hühner-Kostüm auszuziehen und tief ein- und aus zu atmen.

Sich dabei selbst niemals aus den Augen verlieren ist hier wohl das Geheimnis. Mit viel Vertrauen zu sich selbst und dem Leben kann man an dieser Stelle sich einfach mal eine kurze Pause gönnen, die Augen schließen und tief ein- und ausatmen. Vielleicht aber bitte vorher sich noch auf sicheres Terrain begeben. Denn mitten in der Rush-Hour in Peking zentral platziert auf einer Straße sich eine kurze Pause zu gönnen wäre dann doch etwas zu riskant. Auch trotz dem festen an sich und dem Leben glauben.

Wer nicht die Möglichkeit hat für einige Zeit die Welt anzuhalten und sich zu sammeln, kann dies aber auch in kleinen Stücken immer wieder von sich zu Hause aus schaffen. Natürlich ist es abenteuerlicher einfach mal den Job zu kündigen und völlig perspektivenlos in ein anderes Land zu verreisen. Naja, nicht ganz perspektivenlos, man erhofft sich ja doch so einiges von dieser „ausreißerischen Auszeit“. Warum sollte es nur den Hollywood-Stars gelingen in ihren Filmrollen wahres Glück im Ausland zu finden und seien es nur 7 Tage Paris! Vielleicht bedeutet es auch Glück viel Geld auszugeben um letztendlich zu erkennen, dass man für sein Glück doch mehr als 7 Tage Paris braucht oder auch einfach dass man das Glück die ganze Zeit bei sich hatte, es aber einfach nicht gemerkt hat. Wie auch immer, möge es für alle Glücksuchenden ein Happy End geben.