Ich sehe was, was du nicht siehst

Ich sehe was, was du nicht siehst … und das ist meine ganz eigene Welt, tief in mir drinnen. Von mir in Licht und Schatten getaucht und mit meinen erlebten Emotionen versehen.

Ich sehe was, was du nicht siehst … und das ist meine ganz eigene Interpretation all jener Dinge, die um mich herum geschehen. Mein Blickwinkel  und meine Zukunft sind von meiner Vergangenheit geprägt. Davon abzulassen fällt mir schwer, fällt mir wahrscheinlich auch meist gar nicht auf.

Ich sehe was, was du nicht siehst … und das bist du, mit meinen Gedanken, Gefühlen und Intentionen belegt. Dass du vielleicht ein anderer bist, das sehe ich nicht. Dass ich es bin, die sich in dir spiegelt, das glaube ich nicht.

Du siehst etwas, was ich nicht sehe … und das ist eine ganz andere Wahrheit sowie eine Menge an Möglichkeiten, die in jeder Situation gegeben sind.

Die Welt hat wahrscheinlich so viele Wahrheiten, wie sie Menschen hat. Jeder hat seine eigene Sicht der Dinge, eine eigene Art von Wahrheit, die sich im Laufe der Zeit entwickelt hat. Alles was um uns herum passiert, Weiterlesen

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In sich spiegeln

„Bin ich wütend oder verzweifelt? Bin ich wütend oder verzweifelt? Jetzt sag es mir?“ Mit dem Rücken zu ihr stellt sie ihr die Frage. Ihre Hände hat sie auf dem Fensterbrett abgestützt. Das Fenster ist verschlossen und den Verkehr draußen kann man nur sehen, aber nicht hören. Es herrscht Stille im Raum.  „Wahrscheinlich beides“, antwortet sie ihr. „Ich möchte, dass das aufhört. Hörst du? Ich will nicht mehr. Ich will einfach nicht mehr.“ Sie starrt aus dem Fenster und legt ihre Stirn ans Fensterglas. „Je mehr du dich dagegen auflehnst Weiterlesen

Kampf gegen Windmühlen

Wenn die Fassade bröckelt und letztendlich alles zerfällt zu Staub. Man sich einfach nicht mehr wiederfinden kann. Hin und her gerissen und in voller Panik versucht man unter den Trümmern etwas von sich selbst zu finden. Zu lange hat man in Spiegel geblickt, die einem ein ganz anderes Ich gezeigt hatten. Es scheint, als sei man die letzte Zeit regelrecht in einem Spiegelkabinett gefangen gewesen. Überall wo man hinblickte ein verstelltes Ich. Größer, stärker und gelassener, manchmal aber auch verschwommen und absolut nicht greifbar. Oder hatte hier alles seine Richtigkeit? Vielleicht ist man aber auch nur in einem großen Labyrinth gefangen gewesen. Völlig abgehetzt versucht man dieses endlich zu verlassen. Zu lange hat man sich eingeredet, dass es doch nur ein Spiel sei. Es völlig spannend sei zu sehen wo einen der Weg hinführt. Nach dem man aber immer wieder falsch abgebogen ist, hört der Spaß irgendwann einmal auf. Fühlt sich nur noch abgeschlagen. Will nichts mehr, als endlich aus dieser Nummer rauskommen. Was tut man jetzt in dieser Situation. Alle Spiegel zerschlagen? Alle Hecken niederreißen? Oder einfach aufgeben? Ich brauche eine Pause. Lasse mich auf den Boden fallen und versuche klare Gedanken zu fassen. Eines ist klar, ich will das alles nicht mehr. Will mein wahres Ich wieder erkennen. Möchte, dass endlich wieder Ruhe einkehrt. Wünsche mir weite Felder und Wiesen anstatt komplizierte und verschachtelte Gänge. Keine Ahnung ob ich den Weg nach draußen finden werde oder eigentlich doch nur wie Don Quijote gegen Riesen kämpfe, die nichts weiter als Windmühlen sind.